Symphonikern über die Schulter geschaut

2019 03 14 mu Symphoniker BA teaser

Das Wetter war an jenem Donnerstag, dem 14. März 2019, so gar nicht einladend, als die Schüler aus den Musikkursen Q11 und Q12 nach Bamberg fuhren, um den Symphonikern bei ihrem Arbeitsalltag über die Schulter zu schauen.

So wurden die Schülerinnen und Schüler sogleich bei ihrer Ankunft von Orchestervorstand und Bratschist Martin Timphus empfangen, der bei einer kurzen Führung durch den Konzertsaal über das Leben der Orchestermusiker berichtete.

Das Orchester umfasse 110 Musiker sowie 20 weitere Personen, die für das Management der Symphoniker zuständig seien. Er zeigte auf, dass der Weg zum Orchestermusiker sehr anstrengend und schwierig sei, denn schon die Aufnahmebedingungen an den Hochschulen wären äußerst anspruchsvoll. Nach erfolgreichem Studium folge dann ein sehr aufwändiges Auswahlverfahren, wobei sich auf eine freie Stelle im Orchester manchmal über 400 Musiker bewerben würden. Etwa 30 davon erhielten dann die Gelegenheit, sich in mehreren Runden dem Orchester zu präsentieren, wobei letztendlich nur einer die Stelle besetzen könne. Das erste Jahr gelte dann als Probezeit, an deren Ende mindestens zwei Drittel der Orchestermusiker der festen Aufnahme des neuen Mitglieds zustimmen müssten. Immerhin hätten die Musiker im Anschluss eine Stelle auf Lebenszeit und ein sehr aufregendes Leben mit vielen Reisen und interessanten musikalischen Begegnungen. Ständig müsse man als Orchestermusiker intensiv üben, um den Stand zu halten und nicht abzufallen.

Der Orchestermusiker zeigte auf, dass der Dirigent Marc Minkowski aus Frankreich für das bevorstehende Konzert kurzfristig eingesprungen sei und erstmalig mit dem Orchester arbeiten würde. Da bei der bevorstehenden Probe der „Rheinischen Sinfonie“ von Robert Schumann Orchester und Dirigent erstmalig aufeinanderträfen, wären alle sehr gespannt.

So trat der Dirigent Marc Minkowski pünktlich um 9.30 Uhr vor das vielfältig in Streichern, Bläsern und einer Pauke besetzte Orchester und griff ohne Umschweife mit großem Elan und starker Ausdruckskraft zum Taktstock. Die vielfältigen Klangnuancen der romantischen Musiksprache spiegelten sich dabei in Gestik und Mimik des Dirigenten wider, wobei das Orchester sehr zügig und rasch auf die Anweisungen reagierte. Da wurde sehr oft abgebrochen, einzelne Klanggruppen angesprochen, an der Lautstärke, Artikulation und Phrasierung gearbeitet, um die Emotionalität der romantischen Klangsprache zu perfektionieren.

Der Dirigent bediente sich dabei nicht nur seiner ausdrucksstarken Gestik, sondern auch einer heiteren Mischung aus deutscher, französischer und englischer Sprache, die den Orchestermusikern das ein oder andere Schmunzeln ins Gesicht trieb. So erlebten die Schülerinnen und Schüler eine sehr konzentrierte, aber auch lockere Arbeitsatmosphäre. Dabei konnte man bei genauem Beobachten die ein oder andere Besonderheit entdecken: So hatte beispielsweise der Musiker an der Pauke eine stattliche Anzahl an Schlägeln, die für ganz unterschiedliche Klangnuancen sorgten, bei einem der Kontrabässe war das sonst als Schnecke geformte Teil des Instrumentes ein sehr aufwendig geschnitzter Tierkopf und die so mächtige Orgel und die weit nach oben führenden Sitzreihen ließen uns Zuhörer sehr klein wirken.

In strömendem Regen und bei nasskalten Temperaturen führte der Weg im Anschluss an die Probe zur Pizzeria, bei der der Ausflug zu den Bamberger Symphonikern ausklang. Eines war allen klar geworden: Die künstlerische Arbeit als Orchestermusiker und Dirigent erfordert unendlich viel Können, Disziplin und eine äußerst hohe kreative Einsatzbereitschaft.

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